Open-Back-Kopfhörer an der PS5: Sound-Leak, Footsteps & bestes Setup
Wer lieber mit offenen oder halb-offenen Kopfhörern spielt, steht auf der PlayStation 5 schnell vor der Frage: Hört mein Squad eigentlich meine Ingame-Footsteps und den ganzen Game-Sound über mein Mikrofon mit? Und wenn ja – lässt sich das verhindern, ohne gleich auf ein geschlossenes Gaming-Headset umzusteigen?
Dieser Artikel ordnet technisch ein, warum offene und Open-Ear-Konzepte anders klingen, wie stark Game-Sound realistisch ins Mikrofon zurücklaufen kann und welche PS5-Settings entscheidend sind. Außerdem geht es darum, wann offene Hörer beim Zocken sinnvoll sind – und wann sie im Teamplay eher zur Belastung werden.
Open-Back vs. Open-Ear: Was wirklich „nach außen“ dringt
Wenn es um Sound-Leak beim Gaming geht, werden oft verschiedene Konzepte in einen Topf geworfen: klassische Open-Back-Over-Ears, halboffene Designs und moderne Open-Ear-Hörer, die gar nicht im oder über dem Ohr abdichten. Für die Praxis an der PS5 ist aber wichtig zu verstehen, wie unterschiedlich diese Bauarten mit Schall umgehen.
Open-Back: Offene Rückseite, offenes Spiel für Schall
Open-Back-Over-Ears sind so konstruiert, dass die Rückseite der Treiber luftdurchlässig ist. Der Schall kann relativ frei nach außen entweichen, der Träger bekommt dadurch ein luftigeres, räumlicheres Klangbild – aber:
- Game-Sound entweicht deutlich hörbar nach außen.
- Umgebungsschall dringt genauso leicht nach innen.
- In ruhigen Räumen kann ein Mikrofon in der Nähe diesen Schall aufgreifen.
Das ist beim Streaming bekannt: Offene Studio-Kopfhörer sind beliebt fürs Monitoring, verlangen aber ein möglichst gut positioniertes, gerichtetes Mikrofon und eine saubere Input-Konfiguration.
Open-Ear und Clip-On: Bewusst „nach außen offen“
Eine andere Kategorie sind Open-Ear- oder Clip-On-Hörer, die das Ohr bewusst frei lassen und den Schall nicht in den Gehörgang, sondern in dessen Nähe abstrahlen. Ein Beispiel aus dieser Produktklasse sind die SHOKZ OpenDots ONE Open Ear Kopfhörer mit Premium Dolby Audio, Clip-On-Design, integriertem Mikrofon, Bluetooth 5.4, Schnellladen und bis zu 40 Stunden Laufzeit (IP54, rund 6,5 g Gewicht).
Technisch betrachtet sitzen diese Hörer nicht dicht am Ohr und isolieren kaum. Das Ziel: Der Träger hört sowohl das Game als auch seine Umgebung. Für die Leak-Frage bedeutet das:
- Der Game-Sound ist im Raum durchaus hörbar – ähnlich wie leise Lautsprecher in Kopf-Nähe.
- Ein Mikrofon, das nah am Gesicht oder im Hörer integriert ist, kann diesen Schall aufnehmen.
- Wie störend das wird, hängt von Mikrofon-Charakteristik, Lautstärke-Einstellungen und Software-Filtern ab.
Wann hört dein Squad deine Footsteps wirklich?
Die Kernfrage beim Zocken lautet: Wird das, was bei dir aus den Kopfhörern kommt, über das Mikrofon wieder zurück in den Party-Chat gespiegelt? Um das einzuordnen, lohnt ein Blick auf die entscheidenden Faktoren – unabhängig davon, ob du ein klassisches Open-Back-Over-Ear oder einen Open-Ear-Hörer nutzt.
1. Lautstärke der Kopfhörer
Je höher die Kopfhörer-Lautstärke, desto größer das Potenzial für Sound-Leak ins Mikrofon. Besonders kritisch:
- Explosions-Sounds und laute Effekte mit viel Bass.
- Ständige Footsteps in kompetitiven Shootern, die der Squad nicht doppelt hören will.
Eine einfache Testmethode: Lass in einem ruhigen Raum Ingame-Sound laufen und nimm mit einem Smartphone-Mikro in Armlänge auf, während du die Kopfhörer trägst. Wenn der Sound deutlich auf der Aufnahme landet, kann auch ein Chat-Mikrofon ihn erwischen – es sei denn, Software-Filter arbeiten sehr aggressiv.
2. Mikrofon-Typ und Position
Wie viel deine Mitspieler hören, hängt massiv vom Mikrofon ab:
- Integrierte Mikrofone in Ohrhörern (wie bei vielen Bluetooth- oder Open-Ear-Modellen): sitzen sehr nah an der Schallquelle des Kopfhörers. Der Abstand zwischen Lautsprecher und Mikro ist gering – das erhöht die Chance, dass der Game-Sound erfasst wird.
- Externe Streaming-Mikros auf dem Tisch: nehmen mehr Raumklang auf. Mit offenen oder Open-Ear-Hörern steigt die Wahrscheinlichkeit für hörbares Leak, wenn keine gute Richtcharakteristik und Filter genutzt werden.
- Ausklappbare Boom-Arme klassischer Gaming-Headsets: sitzen näher am Mund und weiter vom Kopfhörertreiber weg, was tendenziell weniger Leak bedeutet – vorausgesetzt, der Treiber strahlt nicht direkt ins Mikro.
3. Echo-Unterdrückung und Chat-Algorithmen
Viele moderne Headsets und Systeme setzen auf Software-Processing, um Störsignale und Echos zu reduzieren. Echo-Cancelling-Algorithmen versuchen zu erkennen, welche Signale aus dem eigenen Ausgabekanal stammen (Game-Sound, Chat-Audio) und diese aus dem Mikrofon-Signal herauszurechnen.
Das funktioniert aber nicht perfekt – und bei sehr lauter Ausgabe oder komplett offenen Konzepten können Reste durchrutschen. In ruhigen Lobbys oder bei Sprachpausen deiner Mitspieler fällt das besonders auf.
PS5-spezifische Faktoren: Wo die Konsole mitredet
Die PS5 bietet einige Einstellungen, die direkt beeinflussen, wie du deine offenen oder Open-Ear-Hörer sinnvoll nutzt – und wie stark der Chat unter möglichem Sound-Leak leidet.
Audio-Ausgabe und Chat-Balance
In den PS5-Einstellungen lassen sich verschiedene Audio-Parameter feinjustieren. Für das Zusammenspiel aus offenen Kopfhörern und Mikrofon sind vor allem zwei Dinge wichtig:
- Ausgabe-Lautstärke der Kopfhörer: Je moderater du sie einstellst, desto weniger Schall gelangt nach außen.
- Balance zwischen Game- und Chat-Audio: Wenn du den Chat etwas lauter und das Game etwas leiser fährst, reduzierst du die Wahrscheinlichkeit, dass laute Effekte deine Mitspieler über dein Mikro erschlagen.
Gerade mit Open-Ear- oder Clip-On-Hörern wie den SHOKZ OpenDots ONE mit Dolby Audio lohnt es, das Klangprofil eher auf Klarheit als auf maximale Lautstärke zu trimmen. Du profitierst vom offenen Klangbild, ohne das Mikro unnötig zu stressen.
Integriertes vs. externes Mikro an der PS5
Spielst du mit einem Kopfhörer mit integriertem Mikrofon, hängt viel davon ab, wie die PS5 das Gerät erkennt und welche Profil-Einstellungen anliegen. Nutzt du ein separates Mikro (USB oder Audio-Interface), verändert sich auch die Raumakustik-Situation:
- Integriertes Mikro im Hörer: Der Vorteil ist, dass Stimme und Ohrhörer einen klar definierten, konstanten Abstand haben. Leichtes Leak ist damit berechenbarer.
- Externes Mikro: Stell sicher, dass es eher auf deine Stimme als auf die Kopfhörer ausgerichtet ist. Ein Mikro direkt vor dir, während offene Treiber zur Seite strahlen, ist deutlich im Vorteil.
Setup-Empfehlungen für offene und Open-Ear-Hörer an der PS5
Statt pauschal zu sagen „offene Kopfhörer sind schlecht fürs Squad“, lohnt sich ein Blick auf konkrete Setups. Mit ein paar Anpassungen lässt sich meistens ein Kompromiss aus Komfort, Umgebungshören und Chat-Tauglichkeit erreichen.
1. Lautstärke-Disziplin statt Max-Volume
Der offensichtlichste, aber oft ignorierte Tipp: Leise ist dein Freund. Offene und Open-Ear-Konzepte profitieren ohnehin weniger von purer Lautstärke, sondern von einem natürlichen Klangbild:
- Reduziere die Kopfhörer-Lautstärke so weit, dass du Footsteps und Richtungsinformationen noch sicher wahrnehmen kannst, ohne dass der Sound körperlich drückt.
- Test mit einem Freund im Voice-Chat: Lass ihn sagen, wann er keine Echos oder Sound-Leaks mehr wahrnimmt, während du deine typische Spiel-Lautstärke nutzt.
2. PS5-Chat-Balance ausreizen
Gerade in kompetitiven Titeln bietet sich an, das Game etwas herunterzuregeln und den Voice-Chat zu bevorzugen. Das bringt: weniger Leak-Potenzial und bessere Sprachverständlichkeit im Squad.
Eine grobe Faustregel:
- Game-Audio: lieber etwas unter dem Maximum – genug für Orientierung, aber nicht für Raum-Beschallung.
- Voice-Chat: leicht über dem Game-Pegel, um Sprachbefehle und Calls klar zu priorisieren.
3. Mikrofon-Test vor dem ernsthaften Play
Bevor du in Ranked-Matches gehst, sollte ein kurzer Check Pflicht sein:
- Starte einen Voice-Chat mit einem Mitspieler oder teste die Mikrofonanzeige der PS5.
- Spiele ein lautes Ingame-Szenario oder ein Sound-Clip ab.
- Frag explizit, ob Echo, doppelte Footsteps oder Hall zu hören sind.
Wird nur in Extremsituationen etwas durchgereicht, kannst du mit kleinen Justierungen der Lautstärke und Balance meist schon viel entschärfen.
4. Raumakustik berücksichtigen
Offene Systeme interagieren stärker mit dem Raum. Harte Wände, nackte Tische und leere Zimmer sorgen für mehr Reflexionen. Für dein Mikro bedeutet das: mehr unkontrollierter Schall. Selbst kleine Maßnahmen helfen:
- Textilien wie Vorhänge, Teppiche oder eine Decke an der Wand hinter dem Monitor reduzieren Reflektionen.
- Positioniere das Mikro so, dass es nicht direkt auf die nächstgelegene Wand zeigt.
Wann offene / Open-Ear-Hörer beim PS5-Gaming wirklich Sinn machen
Offene und Open-Ear-Konzepte kommen nicht nur zum Einsatz, um „anders“ zu sein, sondern lösen konkrete Probleme oder Bedürfnisse.
Situationen, in denen offene Lösungen punkten
- Du willst deine Umgebung hören: etwa Mitbewohner, Haustiere oder Türklingel – klassische Szenarien für Open-Ear-Modelle.
- Du magst kein In-Ear- oder dichtes Over-Ear-Gefühl: Clip-On- oder Open-Ear-Hörer sind deutlich weniger invasiv.
- Lange Sessions: geringes Gewicht und fehlender Anpressdruck können bei ausgedehnten PS5-Abenden angenehmer sein.
Open-Ear-Lösungen wie die SHOKZ OpenDots ONE setzen zusätzlich auf Features wie Dolby Audio und lange Akkulaufzeit (bis zu 40 Stunden), sodass sie sich nicht nur zum Zocken, sondern auch für Musik, Serien oder mobile Nutzung eignen. Ihr Clip-On-Design zielt auf einen Kompromiss: genug Sound am Ohr, aber kein vollständiges Abschotten vom Umfeld.
Szenarien, in denen geschlossene Headsets überlegen sind
Trotz aller Vorteile bleibt: Nicht jeder Einsatzzweck ist ideal für offene oder Open-Ear-Lösungen.
- Kompetitives Teamplay: Wenn es um maximale Sprachverständlichkeit und minimales Störpotenzial im Squad geht, sind geschlossene Headsets im Vorteil, weil sie weniger Sound nach außen lassen.
- Laute Umgebungen: Offene Konzepte müssen oft lauter aufgedreht werden, um gegen Umgebungsgeräusche anzukommen – das erhöht wieder das Leak-Risiko ins Mikro.
- Späte Abendstunden, dünne Wände: Offene Systeme strahlen mehr Schall in den Raum ab. Je nach Nachbarschaft kann das relevant sein.
Bluetooth & PS5: Was beim Funk-Setup zu beachten ist
Viele Open-Ear-Modelle setzen auf Bluetooth, wie die SHOKZ OpenDots ONE mit Bluetooth 5.4. Die PS5 unterstützt allerdings nicht jede Bluetooth-Audio-Konfiguration direkt und setzt vor allem auf eigene oder lizenzierte Lösungen sowie USB-Dongles. Relevante Punkte:
- Latenz: Bluetooth-Verbindungen können je nach Codec eine gewisse Verzögerung mitbringen. Das ist bei Filmen oder Casual-Gaming weniger kritisch, bei schnellen Shootern mit präzisen Footsteps aber relevant.
- Kompatibilität: Je nachdem, wie die Verbindung zur PS5 hergestellt wird (z.B. über Adapter), kann sich die maximale Audioqualität und die Mikrofon-Funktionalität unterscheiden.
Für das Leak-Thema bedeutet Funk in erster Linie: Die kabelbedingten Störquellen entfallen, der physische Abstand zwischen Ausgabekanal (Kopfhörer) und Eingabekanal (Mikro) bleibt aber entscheidend. Die technische Übertragungstechnik selbst sorgt nicht dafür, dass mehr oder weniger Footsteps ins Mikro gelangen – das ist eine Frage der Akustik, nicht der Funkstrecke.
Praxis-Check: Ist dein aktuelles Setup squad-tauglich?
Um herauszufinden, ob dein offenes oder Open-Ear-Setup auf der PS5 deine Mitspieler nervt, brauchst du keine Spezialsoftware – ein strukturierter Test reicht:
- Ruhe herstellen: Kein TV im Hintergrund, kein offenes Fenster mit Straßenlärm – so erkennst du besser, was wirklich vom Headset kommt.
- Party-Chat starten: Mit einer Person, die dich kennt und bereit ist, ehrlich Feedback zu geben.
- Lautes Ingame-Szenario: Starte ein Match mit viel Action oder spiele Testclips mit Explosionen und Footsteps ab.
- Lautstärke stufenweise erhöhen: Beginne leise, steigere auf deine Wohlfühllautstärke und darüber hinaus, um die Grenze zu kennen.
- Feedback notieren: Ab wann hört dein Gegenüber Echo, doppelte Schüsse oder Schritte? Welche Lautstärke- und Balance-Einstellungen waren aktiv?
Auf dieser Basis kannst du entscheiden, ob dein aktuelles Setup squad-tauglich ist oder ob es Anpassungen braucht – von der reinen Lautstärke über die Balance bis hin zu einer anderen Mikrofon-Position.
Fazit: Ja, offene Hörer können leaken – aber du hast Kontrolle
Die Sorge, dass offene oder Open-Ear-Kopfhörer an der PS5 zwangsläufig den Squad mit Footsteps, Schüssen und Menüsounds fluten, ist nachvollziehbar – aber nicht alternativlos. Technisch betrachtet gilt:
- Offene Systeme lassen mehr Schall nach außen, und Mikrofone können diesen aufgreifen.
- Wie stark sich das auswirkt, hängt von Lautstärke, Mikrofon-Typ, Raumakustik und den PS5-Settings ab.
- Mit sinnvollem Lautstärke-Management, Chat-Balance und einem kurzen Praxis-Test lässt sich in vielen Fällen ein alltagstaugliches Setup erreichen.
Open-Ear-Modelle wie die SHOKZ OpenDots ONE mit Dolby Audio, Clip-On-Formfaktor und langer Akkulaufzeit richten sich an Nutzer, die bewusst Umgebung und Spiel gleichzeitig wahrnehmen wollen. Im Zusammenspiel mit der PS5 bleibt die zentrale Regel: Halte den Game-Sound so laut, wie du ihn brauchst – und so leise, wie dein Squad es dir dankt. Den Sweet Spot findest du nicht im Datenblatt, sondern in wenigen Minuten Test im Voice-Chat.