Starting Fresh im Smart Home: IKEA Dirigera vs. Native ZBT-2
KI-generiertes Beispielbild – dient nur zur Illustration.
📅 26.02.2026

Starting Fresh im Smart Home: IKEA Dirigera vs. Native ZBT-2

Wer sein Smart Home einmal ernsthaft aufrĂ€umt – oder komplett neu startet – steht schnell vor einer Grundsatzfrage: Welcher Hub bildet kĂŒnftig das Zentrum? In der Diskussion tauchen dabei immer wieder zwei sehr unterschiedliche AnsĂ€tze auf: der wohnzimmerfreundliche IKEA Dirigera und der eher technisch angelegte Native ZBT-2.

Auch wenn beide unter der gleichen Produktkategorie „smart home hub“ laufen, adressieren sie verschiedene BedĂŒrfnisse: Der eine ist klar auf Einsteiger, Design und Ökosystem-Komfort ausgelegt, der andere typischerweise auf Offenheit, Funkprotokolle und Integration in bestehende Smarthome-Landschaften. Genau hier wird es spannend – besonders, wenn man mit einem Starting Fresh-Setup beginnt und sich noch nicht an alte Entscheidungen und Altlasten klammern muss.

Smart Home neu denken: Was ein Hub heute leisten muss

Bevor es um IKEA Dirigera und Native ZBT-2 geht, lohnt ein Blick auf das, was ein moderner Smart-Home-Hub im Jahr 2026 ĂŒberhaupt abdecken sollte. Die Zeiten, in denen eine proprietĂ€re FunkbrĂŒcke mit einer Smartphone-App ausreichte, sind vorbei. Heute stehen im Zentrum:

  • Protokollvielfalt: UnterstĂŒtzung von etablierten Funkstandards wie Zigbee sowie IP-basierten Standards wie Matter, idealerweise in Kombination.
  • Plattform-KompatibilitĂ€t: Einbindung in gĂ€ngige Sprach- und Smarthome-Plattformen wie Alexa, Google Home und Apple Home (HomeKit).
  • Lokale Steuerung: Möglichst viele Funktionen sollten ohne Cloud und Internetverbindung laufen – aus GrĂŒnden der Latenz, ZuverlĂ€ssigkeit und PrivatsphĂ€re.
  • Skalierbarkeit: Ein Hub muss sowohl mit einem Einzimmer-Setup als auch mit Dutzenden Lampen, Sensoren und Aktoren umgehen können.
  • Updates und Zukunftssicherheit: Langfristige Softwarepflege, Sicherheitsupdates und Erweiterungen um neue Standards.

Genau in diesen Dimensionen unterscheiden sich die beiden AnsĂ€tze IKEA Dirigera und Native ZBT-2 – weniger in einem simplen „besser/schlechter“, sondern in der Frage, welcher Typ Nutzer:innen sie jeweils im Blick haben.

IKEA Dirigera: Smarthome als Möbel-Feature

Der IKEA Dirigera-Hub ist der Nachfolger der Ă€lteren TrĂ„dfri-Gateway-Generation und markiert fĂŒr den Möbelkonzern den Schritt Richtung moderneres Smart Home. Im Kontext eines Neustarts bedeutet das: Dirigera ist vor allem fĂŒr Haushalte interessant, die bereits oder kĂŒnftig stark auf das IKEA-Ökosystem setzen – insbesondere auf vernetzte Leuchten, Rollos oder Steckdosen.

Technisch positioniert sich Dirigera als zentrale Steuerbox fĂŒr die hauseigenen Komponenten mit Anbindung an gĂ€ngige Sprachassistenten. Die Integration in die vorhandene IKEA-App steht im Vordergrund; sie soll Einrichtung und Automatisierung möglichst wenig bedrohlich wirken lassen. Die Lernkurve bleibt vergleichsweise flach, die Funktionstiefe ist auf typische Alltagsszenarien fokussiert: Licht, Szenen, Zeitschaltungen, einfache Routinen.

FĂŒr einen „Starting Fresh“-Ansatz bedeutet das: Dirigera lĂ€dt dazu ein, Smart Home als Erweiterung des Mobiliars zu sehen. Wer ohnehin neue Möbel und Lampen plant und sich dabei nicht zu tief mit der technischen Seite beschĂ€ftigen will, findet in Dirigera eine relativ unkomplizierte Steuerzentrale.

Native ZBT-2: Funkzentrale mit Technik-Schwerpunkt

Der Native ZBT-2 verfolgt – dem Namen nach und in der Einordnung als eigener Hub – ein anderes Konzept: Hier steht der Funkstandard im Mittelpunkt. Im Smart-Home-Kontext deutet „ZBT“ typischerweise auf eine starke Anbindung an Zigbee hin, also jenes Mesh-Protokoll, das in vielen Lampen, Sensoren und Aktoren verwendet wird.

Native ZBT-2 lĂ€sst sich damit eher als Infrastrukturkomponente lesen: ein Baustein fĂŒr Nutzer:innen, die nicht nur ein einziges Marken-Ökosystem nutzen wollen, sondern verschiedene Hersteller via Standard-Funk vernetzen. Im Gegensatz zu einem stark markengebundenen Hub wie Dirigera liegen die Vorteile eines solchen Ansatzes ĂŒblicherweise in:

  • KompatibilitĂ€t mit heterogenen Setups: verschiedene Hersteller, gemeinsame Funkbasis.
  • Integration in bestehende Smarthome-Server: Ein Hub dieser Art wird hĂ€ufig in Kombination mit Softwarelösungen und Steuerzentralen genutzt, die mehr Konfigurations- und Automationsfreiheit erlauben.
  • Feiner granulierte Kontrolle: tiefergehende Einstellmöglichkeiten fĂŒr GerĂ€te, Szenen und Automatisierung.

FĂŒr ein „Starting Fresh“-Szenario ist Native ZBT-2 damit besonders dann interessant, wenn bereits klar ist, dass es nicht bei einem einzigen Hersteller bleiben soll – oder wenn der Hub als BrĂŒcke in ein umfassenderes, technisch anspruchsvolleres Setup dient.

Ökosystem vs. Standard: Zwei Philosophien im Vergleich

Im Kern stehen sich bei IKEA Dirigera und Native ZBT-2 zwei Philosophien gegenĂŒber, die sich in vielen modernen Smarthome-Setups wiederfinden:

1. Das Ökosystem-Zentrum (IKEA Dirigera)

Dirigera ist darauf ausgelegt, ein in sich geschlossenes, benutzerfreundliches Ökosystem aufzubauen. Die Vorteile:

  • Klare NutzerfĂŒhrung: Eine App, ein Design, eine Bedienlogik.
  • Weniger KompatibilitĂ€ts-Fragen: Fokus auf GerĂ€te, die offiziell unterstĂŒtzt werden.
  • Wohnraum-Integration: Smart Home wird als Teil des Interieurs gedacht, nicht als Technikbastelei.

Die Kehrseite dieser Strategie: Wer kĂŒnftig stark auf andere Marken oder sehr spezifische Smarthome-Usecases setzen möchte, stĂ¶ĂŸt schneller an Grenzen – sei es bei der GerĂ€teauswahl oder der KomplexitĂ€t von Automatisierungen.

2. Das Protokoll-Zentrum (Native ZBT-2)

Native ZBT-2 fixiert sich eher auf den technischen Unterbau. Hier steht nicht die App im Vordergrund, sondern der Funkstandard und dessen Rolle in einem grĂ¶ĂŸeren System. Vorteile dieses Ansatzes:

  • FlexibilitĂ€t bei der GerĂ€tewahl: Ein Fokus auf Standards schafft SpielrĂ€ume bei der Herstellerwahl.
  • Besser skalierbar in komplexeren Setups: GrĂ¶ĂŸere Wohnungen, mehrere Etagen, viele GerĂ€te – hier zĂ€hlt FunkstabilitĂ€t und Integrationstiefe.
  • Technische AnschlussfĂ€higkeit: Eher geeignet fĂŒr Nutzer:innen, die sich mit Gateways, Bridges und lokalen Smarthome-Servern auseinandersetzen wollen.

Der Preis dafĂŒr ist eine tendenziell höhere EinstiegshĂŒrde. Wer Smart Home lediglich als „Licht an, Licht aus mit App“ betrachtet, wird aus einem solchen Hub nicht automatisch mehr Nutzen ziehen – im Gegenteil, die KomplexitĂ€t kann zunĂ€chst frustrieren.

Starting Fresh: Welche Fragen du dir vor der Wahl stellen solltest

Ein kompletter Neustart im Smart Home ist die beste Gelegenheit, sich grundlegende Fragen zu beantworten – bevor die GerĂ€te im Warenkorb landen. Die GegenĂŒberstellung von IKEA Dirigera und Native ZBT-2 eignet sich gut als Checkliste:

1. Wie wichtig ist dir Einfachheit?

Wenn die Antwort „sehr“ lautet und der Technik-Frustfaktor möglichst gering bleiben soll, spielt Dirigera seine StĂ€rken aus. Es fĂŒgt sich in eine bekannte Handelsmarke ein, die viele ohnehin aus dem Möbelhaus kennen, und ĂŒbersetzt Smart Home in eine Alltagssprache, die weniger mit DatenblĂ€ttern, sondern mehr mit Raumstimmungen arbeitet.

Wer dagegen Lust hat, sich in Protokolle, KanĂ€le und Mesh-Topologien einzulesen, wird bei einem technisch fokussierten Hub wie Native ZBT-2 eher das GefĂŒhl haben, die eigene Neugier ausleben zu können.

2. Planst du ein einzelnes oder ein gemischtes Ökosystem?

Wer zu großen Teilen im IKEA-Kosmos unterwegs ist – Lampen, Rollos, Steckdosen – hat mit Dirigera einen Hub, der diese Sprache „nativ“ spricht. Drittanbieter werden eher punktuell integriert.

Steht hingegen fest, dass verschiedenste Marken und GerĂ€tetypen zusammenfinden sollen, spricht viel fĂŒr einen Standard-basierten Hub wie Native ZBT-2 als Funkbasis. Gerade bei Zigbee-Sensoren, Aktoren und Speziallösungen zahlt sich ein protokollzentrierter Ansatz aus.

3. Cloud, lokal, Datenschutz?

Smart Home ist immer auch eine Frage von Datenwegen. Ein Ökosystem wie Dirigera setzt klassischerweise stark auf App-Zugriff, Online-Funktionen und Anbindung an Sprachassistenten, die ihrerseits in der Cloud verankert sind. Komfort und DatensouverĂ€nitĂ€t stehen hier in einem Spannungsfeld, das sich nicht völlig auflösen lĂ€sst.

Bei einem Hub wie Native ZBT-2, der sich stĂ€rker an technisch affinen Setups orientiert, steht meist die lokale FunkbrĂŒcke im Vordergrund – wie die Daten dann weiterverarbeitet werden, hĂ€ngt davon ab, woran der Hub angebunden wird. Wer Datenschutz ernst nimmt, kann hier eher bewusst entscheiden, welche Komponenten online gehen und welche strikt lokal bleiben.

4. Zukunftsstrategien: von Matter bis Multi-Admin

Mit dem aufkommenden Standard Matter verschieben sich die Anforderungen an Hubs: Viele Aufgaben wandern nĂ€her an die EndgerĂ€te, wĂ€hrend Hubs stĂ€rker als Border-Router, Bridges und Integrationspunkte zwischen Welten fungieren. FĂŒr einen Neustart stellt sich daher die Frage:

  • Wie aktiv ist der jeweilige Hersteller beim Thema Standardisierung?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass Updates langfristig nachgereicht werden?
  • Wie gut lĂ€sst sich das heutige Setup spĂ€ter in ein stĂ€rker Matter-getriebenes Ökosystem ĂŒberfĂŒhren?

Dirigera spiegelt hier die Strategie eines großen Einrichtungsanbieters, der Smart Home als ErgĂ€nzung seines KerngeschĂ€ftes versteht – eine Perspektive mit Massenmarkt-Fokus. Native ZBT-2 steht eher fĂŒr die Sichtweise: „Funkinfrastruktur zuerst“, also die technische Basis, auf der sich verschiedenste Standard-Entwicklungen abbilden lassen.

Usecases im Alltag: Wo welcher Hub glÀnzt

Um die recht abstrakten Unterschiede greifbarer zu machen, lohnt ein Blick auf typische Alltagskonstellationen:

1. Die Einsteigerwohnung mit Fokus auf Licht und Stimmung

Neue Wohnung, wenige RĂ€ume, Hauptziel: Lichtstimmungen per Smartphone, einfache Automationen beim Nachhausekommen, vielleicht noch ein paar smarte Steckdosen und Rollos. Hier spielt Dirigera in Verbindung mit kompatiblen Komponenten seine StĂ€rken aus: Einrichtung ĂŒber eine zentrale App, Szenen mit Namen statt komplizierte Regelwerke und geringer Konfigurationsaufwand.

Native ZBT-2 wĂ€re hier zwar nicht unbrauchbar, aber die zusĂ€tzlichen Möglichkeiten wĂŒrden zunĂ€chst nicht genutzt – die Lernkurve stĂŒnde in keinem guten VerhĂ€ltnis zum Nutzen.

2. Das heterogene Haus mit vielen GerÀten

Mehrere Etagen, zahlreiche RĂ€ume, diverse Hersteller, ein Mix aus Lampen, Sensoren, Relais, Wetterstation, vielleicht sogar Heizungsanbindung: In diesem Kontext wird Standard-Funk wie Zigbee zur Lebensader. Ein Hub wie Native ZBT-2 kann hier als zentrale BrĂŒcke dienen, die zahlreiche GerĂ€te anbindet und Daten an eine darĂŒberliegende Steuerung weiterreicht.

Dirigera könnte in einem solchen Szenario trotzdem Teil des Setups sein – etwa als dedizierte Steuerzentrale fĂŒr einen klar abgegrenzten GerĂ€tepark – wĂŒrde aber weniger als universelles HerzstĂŒck fungieren.

3. Smarthome als Hobby vs. Smarthome als Infrastruktur

FĂŒr viele ist Smart Home lĂ€ngst ein Hobby: basteln, erweitern, automatisieren, Skripte schreiben, Szenen optimieren. Diese Zielgruppe fĂŒhlt sich erfahrungsgemĂ€ĂŸ zu technisch-offenen Hubs hingezogen, die in der Kombination mit weiteren Komponenten eine Art modulare Smarthome-Zentrale erlauben. Native ZBT-2 reiht sich in dieses Bild als Bauteil einer grĂ¶ĂŸeren Gesamtarchitektur ein.

FĂŒr andere ist Smart Home eher Infrastruktur: Es soll funktionieren, unauffĂ€llig bleiben und lĂ€sst sich idealerweise beim Einrichten der Wohnung „miterledigen“. In diesem Weltbild ist Dirigera stimmiger – weniger als Gadget, mehr als unsichtbare Dienstleistung im Hintergrund.

Fehlertoleranz, Support und Wartung

Was in BroschĂŒren selten thematisiert wird, im Alltag aber entscheidend ist: Wie verzeiht ein System Fehler? Was passiert, wenn GerĂ€te nicht reagieren, Verbindungen abreißen oder Updates schiefgehen?

  • IKEA Dirigera profitiert davon, dass sich viele Probleme ĂŒber eine zentrale App und einen klar definierten Supportpfad lösen lassen. Im Zweifel greift ein Supportmodell, das auf Endkund:innen zugeschnitten ist, die keine Logs auswerten oder KanĂ€le neu zuordnen wollen.
  • Native ZBT-2 setzt stĂ€rker auf Nutzer:innen, die selbst Hand anlegen – FirmwarestĂ€nde prĂŒfen, FunkqualitĂ€t im Auge behalten, gegebenenfalls weitere Infrastruktur (Router, Repeater) einplanen. Das belohnt technisches VerstĂ€ndnis, fordert es aber auch ein.

Wer sein Smart Home als „install & forget“ versteht, sollte diesen Aspekt in die Entscheidung einbeziehen. Ein Neustart ist die seltene Chance, auch organisatorische Fragen – wie Wartung, Updates und Fehlersuche – von Anfang an mitzudenken.

Fazit: Zwei sinnvolle Antworten auf die gleiche Frage

Die GegenĂŒberstellung „IKEA Dirigera vs. Native ZBT-2“ ist weniger ein Zweikampf als ein Spiegel förmlich unterschiedlicher Smarthome-IdentitĂ€ten. Beide Hubs adressieren den Wunsch nach einem klaren Zentrum im vernetzten Zuhause – aber mit unterschiedlicher Gewichtung:

  • Dirigera steht fĂŒr ein Smart Home, das sich in den Alltag einfĂŒgt, ohne sich in den Vordergrund zu drĂ€ngen. Es ist die logische Wahl, wenn Möbelhaus, Einrichtung und Lichtgestaltung ohnehin aus einer Hand kommen sollen.
  • Native ZBT-2 steht fĂŒr ein Smart Home als technische Plattform. Es richtet sich an alle, die ihr Zuhause als vernetztes System begreifen und bereit sind, sich mit Funkstandards und Integrationen auseinanderzusetzen.

FĂŒr den „Starting Fresh“-Moment ist diese Unterscheidung entscheidend: Nicht, welcher Hub objektiv „besser“ ist, sondern welcher besser zu der Rolle passt, die Smart Home in deinem Alltag spielen soll. Infrastruktur oder Hobby, Ökosystem oder Standard, App-Zentrum oder Funkbasis – die Antwort darauf entscheidet, ob IKEA Dirigera oder Native ZBT-2 der passendere Ausgangspunkt ist.

Laura Bergmann
Verbraucherexpertin & Redaktion
Laura ĂŒbersetzt technische Daten in verstĂ€ndliche Texte und bewertet Alltagstauglichkeit und QualitĂ€t.