PayPal verkauft jetzt Zeit: Früherer Ticketzugang nur für Zahler

PayPal verkauft jetzt Zeit: Früherer Ticketzugang nur für Zahler

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20.02.2026

Was PayPal jetzt anbietet

PayPal startet gemeinsam mit Live Nation ein neues Ticket-Programm. Wer über PayPal bezahlt, darf bei ausgewählten Konzerten bis zu 48 Stunden vor dem offiziellen Verkaufsstart Karten kaufen. Der Zugang erfolgt über Ticketmaster und setzt ein PayPal-Konto voraus.

Der erste Presale lief am 18. Februar mit dem Künstler J. Cole. Weitere Events sollen ganzjährig folgen. Zusätzlich gibt es bis zum 31. März einmalig 10 % Cashback auf den ersten Ticketmaster-Einkauf mit PayPal.

Warum das kein klassischer Vorverkauf ist

Der Begriff „früher Zugang“ klingt nach Bonus für Fans. Tatsächlich verschiebt sich aber vor allem der Verkaufsstart. Ein Teil der Karten wird einfach vorab an eine bestimmte Käufergruppe verteilt – nämlich an Nutzer eines bestimmten Zahlungsdienstes.

Das bedeutet: Der Vorteil entsteht weniger durch Geschwindigkeit, sondern durch Zugehörigkeit. Wer nicht teilnimmt, konkurriert später um ein bereits reduziertes Kontingent.

Der eigentliche Zweck dahinter

Für Ticketanbieter reduziert sich damit der Ansturm beim offiziellen Verkaufsstart. Gleichzeitig bekommt PayPal einen starken Anreiz, als Zahlungsmittel gewählt zu werden. Gerade bei begehrten Events ist der Druck hoch: Wer Karten will, nimmt den Weg mit der geringsten Hürde.

Der „Mehrwert“ ist daher vor allem ein Steuerungsinstrument. Nutzer werden nicht schneller, sondern gezielt sortiert.

Was das für Käufer bedeutet

Für Fans kann das praktisch sein, weil die Chance auf Tickets steigt. Gleichzeitig entsteht eine neue Art von Zugangssystem: Nicht mehr nur Warteschlange oder Losverfahren entscheiden, sondern auch das verwendete Bezahlsystem.

Langfristig könnte sich dadurch der Ticketkauf stärker fragmentieren. Verschiedene Anbieter vergeben eigene Vorab-Kontingente, während der eigentliche Verkaufsstart nur noch die Restmenge enthält.

Einordnung

PayPal verkauft hier nicht nur Bezahlung, sondern Priorität. Der Dienst wird damit Teil des Produkts selbst. Für Nutzer ist das kurzfristig komfortabel, langfristig verändert es jedoch die Fairness beim Ticketverkauf: Zugang wird weniger von Zeitpunkt oder Glück bestimmt, sondern zunehmend vom Ökosystem, in dem man sich bewegt.