SpaceX plant 1 Mio. KI-Satelliten: Solar-Rechenzentren im All

SpaceX plant 1 Mio. KI-Satelliten: Solar-Rechenzentren im All

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01.02.2026

SpaceX hat bei der US-Regulierungsbehörde FCC einen Antrag eingereicht, der selbst für die Maßstäbe der Raumfahrtindustrie außergewöhnlich ist: Das Unternehmen beantragt die Genehmigung für eine Konstellation von bis zu eine Million solarbetriebener Satelliten, die als Datenzentren für Künstliche Intelligenz im Orbit dienen sollen.

KI-Rechenleistung direkt aus dem All

In der Einreichung beschreibt SpaceX die geplanten Satelliten als den effizientesten Weg, um den rasant steigenden Bedarf an KI-Rechenleistung zu decken. Der entscheidende Vorteil: Die Energieversorgung erfolgt ausschließlich über Sonnenenergie – ohne Nachtzyklen, Wetterabhängigkeit oder klassische Stromnetze auf der Erde.

Das Unternehmen verknüpft das Projekt mit einer langfristigen Vision. Die orbitalen Rechenzentren seien ein erster Schritt in Richtung einer sogenannten Kardaschow-Typ-II-Zivilisation, die in der Lage ist, die Energie der Sonne umfassend zu nutzen, und gleichzeitig ein Baustein für eine multi-planetare Zukunft der Menschheit.

Realistische Chancen auf Genehmigung?

Beobachter gehen allerdings nicht davon aus, dass die beantragte Zahl von einer Million Satelliten in dieser Form genehmigt wird. Vielmehr gilt sie als strategischer Verhandlungsstart. Die FCC hatte SpaceX zuletzt zwar den Start von weiteren 7.500 Starlink-Satelliten erlaubt, die Entscheidung über fast 15.000 zusätzliche Einheiten jedoch zunächst zurückgestellt.

Zum Vergleich: Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation befinden sich aktuell rund 15.000 menschengemachte Satelliten im Erdorbit. Schon heute sorgen sie für zunehmende Probleme durch Weltraumschrott, Kollisionsrisiken und Lichtverschmutzung, die astronomische Beobachtungen beeinträchtigen.

Konkurrenzdruck im Orbit

Der Antrag von SpaceX fällt in eine Phase intensiven Wettbewerbs. Auch Amazon arbeitet an einem eigenen Satellitennetz, hat jedoch wegen fehlender Raketenstarts eine Verlängerung regulatorischer Fristen beantragt. Gleichzeitig wird spekuliert, dass SpaceX vor einem möglichen Börsengang enger mit anderen Technologieunternehmen aus dem Umfeld von Elon Musk zusammenrücken könnte.

Warum das Thema global relevant ist

  • Energie: Dauerhafte Solarstromversorgung ohne irdische Engpässe
  • Skalierung: Massive Erweiterung von KI-Rechenleistung unabhängig von Standorten
  • Risiken: Überfüllte Umlaufbahnen und steigende Trümmergefahr
  • Regulierung: Präzedenzfall für zukünftige Großprojekte im All

Wizzper-Einordnung

Ob aus dem Antrag ein genehmigtes Großprojekt wird, ist offen. Sicher ist jedoch: SpaceX verschiebt erneut die Grenzen dessen, was technisch gedacht und regulatorisch diskutiert wird. Selbst eine stark reduzierte Genehmigung könnte die Architektur zukünftiger KI-Infrastruktur grundlegend verändern.