WhatsApp testet Selbstzerstörungs-Nachrichten nach dem Lesen
WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion, die den Umgang mit vertraulichen Nachrichten deutlich verändern könnte. In den aktuellen Beta-Versionen für iOS und Android testen erste Nutzer eine neue Option für selbstlöschende Nachrichten: Statt nur nach festen Zeiträumen zu verschwinden, könnten Nachrichten künftig erst nach dem tatsächlichen Lesen automatisch gelöscht werden.
„Burn after reading“ für WhatsApp
Die neue Funktion erweitert das bestehende Konzept der verschwindenden Nachrichten. Bisher lassen sich Chats so konfigurieren, dass Inhalte nach 24 Stunden, 7 Tagen oder 90 Tagen automatisch gelöscht werden. Der neue Ansatz ist deutlich präziser: Die Uhr startet erst dann, wenn der Empfänger die Nachricht tatsächlich geöffnet hat.
Die Funktion wurde zuerst von WABetaInfo in der aktuellen WhatsApp-iOS-Beta entdeckt. Demnach testet Meta derzeit eine neue „After reading“-Option für verschwindende Nachrichten, die erst nach dem tatsächlichen Öffnen durch den Empfänger den Countdown startet.
Aktuell sind laut Beta-Berichten drei Zeitfenster vorgesehen:
- 5 Minuten nach dem Lesen
- 1 Stunde nach dem Lesen
- 12 Stunden nach dem Lesen
Wird eine Nachricht gar nicht geöffnet, soll sie standardmäßig nach 24 Stunden verschwinden.
Mehr Datenschutz – oder mehr Stress?
Die Funktion klingt zunächst wie ein logischer nächster Schritt für mehr Privatsphäre. Gerade bei sensiblen Informationen, Zugangsdaten oder kurzfristigen Absprachen könnte das sinnvoll sein.
Spannend ist aber die psychologische Seite: Sobald Nutzer wissen, dass Inhalte kurz nach dem Öffnen verschwinden, steigt möglicherweise der Druck, sofort zu reagieren oder Screenshots anzufertigen. Das könnte Chats hektischer statt privater machen.
Auch für Unternehmen dürfte das interessant werden. WhatsApp Business könnte damit neue Möglichkeiten für temporäre Angebote, Support-Informationen oder exklusive Inhalte schaffen.
Meta verschärft den Privacy-Kurs
Die neue Funktion passt in Metas aktuelle Strategie. Parallel experimentiert der Konzern mit stärker abgeschotteten KI-Chats, privaten Verarbeitungsmodellen und weiteren Datenschutz-Features. WhatsApp entwickelt sich damit immer stärker von einem simplen Messenger zu einer Kommunikationsplattform mit fein steuerbaren Privatsphäre-Einstellungen.
Wann kommt das Feature?
Offiziell gibt es noch keinen Starttermin. Dass die Funktion gleichzeitig in iOS- und Android-Betas auftaucht, spricht aber dafür, dass ein breiterer Rollout nicht mehr allzu weit entfernt sein könnte.
Die größere Frage ist eher: Wird das ein echtes Privacy-Feature – oder nur ein neuer Trigger für hektisches Messaging?
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