Neue KI steuert andere KI: Warum Perplexity „Computer“ mehr verändert als ChatGPT
📅 27.02.2026

Neue KI steuert andere KI: Warum Perplexity „Computer“ mehr verändert als ChatGPT

Ein Schritt weiter als Chatbots

Bisher funktioniert künstliche Intelligenz meistens gleich: Du stellst eine Frage – die KI antwortet. Mit „Computer“ will Perplexity dieses Prinzip umdrehen.

Statt Antworten zu liefern, bekommt die KI ein Ziel. Zum Beispiel:

  • Plane eine lokale Marketingkampagne
  • Entwickle eine App für ein konkretes Problem
  • Recherchiere ein Thema vollständig und strukturiert

Danach arbeitet sie selbstständig weiter. Nicht nur Minuten lang, sondern potenziell über Stunden oder länger. Das ist der eigentliche Sprung: weniger Chat – mehr Umsetzung.

Eine KI organisiert mehrere andere KIs

Der entscheidende Unterschied: „Computer“ ist kein einzelnes Modell. Es ist ein Koordinator. Für jede Teilaufgabe wird automatisch die passende KI gewählt – je nachdem, was gerade gebraucht wird:

  • ein Modell für logisches Denken und Planung
  • eines für tiefe Recherche
  • eines für Bilder oder Video
  • eines für sehr große Textmengen und Langzeitkontext

Der Nutzer merkt davon im Idealfall wenig. Er beschreibt das Ergebnis – das System zerlegt die Aufgabe, verteilt sie und setzt sie um. Damit verändert sich der Umgang mit Software grundsätzlich: Man klickt nicht mehr jeden Schritt, man beschreibt nur noch das Ziel.

Warum das wichtiger sein kann als neue ChatGPT-Funktionen

Viele KI-Updates verbessern vor allem Antworten. Agenten verändern Verhalten. Ein Chatbot spart Zeit beim Schreiben. Ein Agent übernimmt ganze Aufgaben.

Das kann bedeuten:

  • Angebote automatisch vergleichen und eine Entscheidungsvorlage erstellen lassen
  • Dokumente und Inhalte als fertige Entwürfe vorbereiten lassen
  • Software-Prototypen entwickeln lassen
  • wiederkehrende Online-Arbeit delegieren (Recherche, Struktur, Zusammenfassung, To-dos)

Kurz gesagt: Der Computer wird vom Werkzeug zum „Mitarbeiter“, der Aufgaben abarbeitet.

Der Grund für die Vorsicht

Solche Systeme gab es in einer radikaleren Form schon vorher – etwa bei OpenClaw. Dort konnte eine KI (je nach Setup) lokal auf Dateien zugreifen, Dinge verändern oder löschen. Das führte in der Praxis teils zu heftigen Fehlern, weil Agenten sich irren können oder durch unklare Anweisungen in die falsche Richtung laufen.

Perplexity versucht das Risiko zu begrenzen:

  • Alles läuft in einer isolierten Cloud-Umgebung
  • Es gibt kuratierte, geprüfte Integrationen statt Plugin-Wildwuchs
  • Keine direkte Kontrolle über den eigenen Rechner im Hintergrund

Das reduziert Risiken, beseitigt sie aber nicht. Denn ein Problem bleibt: KI kann sich irren – nur jetzt schneller und selbstständiger. Wer so etwas nutzt, sollte Ergebnisse prüfen und wichtige Daten nicht ohne Backup in automatisierte Workflows geben.

Warum Webseiten und Inhalte dadurch unter Druck geraten

Agenten klicken weniger. Sie lesen, kombinieren und liefern ein Ergebnis. Das ist eine größere Verschiebung als klassische Suche: Statt zehn Seiten zu öffnen, bekommt der Nutzer eine fertige Entscheidungshilfe.

Für viele Websites wird deshalb entscheidend, ob sie als Quelle gelten – nicht nur, ob sie besucht werden. Traffic entsteht weniger beim Lesen, sondern beim Vertrauen und beim Weiterempfehlen.

Wer davon profitiert

Hilfreich ist das besonders für Menschen mit wiederkehrenden Aufgaben und klaren Zielen:

  • Selbstständige und kleine Unternehmen
  • Teams, die regelmäßig recherchieren oder planen müssen
  • Entwickler und Produktmenschen (Prototypen, Spezifikationen, Tests)
  • Wissensarbeit, bei der Struktur und Workflow wichtiger sind als reine Texte

Wer klar beschreiben kann, was er will, kann damit Arbeit delegieren – und gewinnt Zeit für Entscheidungen statt Klickarbeit.

Einordnung

„Computer“ ist kein fertiger Ersatz für menschliche Arbeit. Aber es zeigt, wohin KI sich bewegt: Vom Antwortsystem zum Entscheidungssystem.

Die große Veränderung ist nicht, dass KI besser schreibt. Sondern dass sie beginnt zu handeln.

Alexander Elgert
Produktanalyst & Redaktion
Alexander analysiert täglich tausende Produkte nach Preisen, Qualität & Trends und erstellt fundierte Bewertungen.