EU-Recht auf Reparatur greift – doch neue Studie zeigt: Viele Laptops bleiben schwer reparierbar
📅 08.04.2026

EU-Recht auf Reparatur greift – doch neue Studie zeigt: Viele Laptops bleiben schwer reparierbar

Sellin (Wizzper.de) – Die EU hat mit dem neuen Recht auf Reparatur eigentlich klare Ziele: Geräte sollen länger genutzt werden können und unabhängige Werkstätten leichter an Ersatzteile kommen. Doch eine aktuelle Analyse zeigt, dass sich viele Laptop-Designs bisher kaum verändert haben.

Besonders zwei große Hersteller fallen laut der Studie negativ auf: Apple und Lenovo schneiden bei der Reparierbarkeit aktueller Geräte am schlechtesten ab.

Studie bewertet Reparierbarkeit moderner Geräte

Die Untersuchung der Verbraucherorganisation PIRG analysierte aktuelle Laptops und Smartphones anhand des französischen Reparaturindex sowie zusätzlicher Kriterien wie Demontage-Schwierigkeit.

Das Ergebnis: Apple erhält für seine Laptops nur die Note C-. Lenovo landet ebenfalls im unteren Bereich. Hauptgrund sind Geräte, die schwer zu öffnen sind oder stark verklebte Komponenten verwenden.

Andere Hersteller schneiden etwas besser ab – besonders ASUS konnte sich erneut an die Spitze der Rangliste setzen.

EU stärkt Recht auf Reparatur

Parallel versucht die EU gegenzusteuern. Die neue Reparaturrichtlinie verpflichtet Hersteller dazu, Ersatzteile bereitzustellen und Reparaturen auch nach der Garantiezeit anzubieten.

Zu den wichtigsten Punkten der Regelung gehören:

  • Hersteller müssen Reparaturen für viele Produkte auch nach Ablauf der Gewährleistung ermöglichen
  • Ersatzteile und Reparaturinformationen sollen leichter zugänglich sein
  • Unabhängige Werkstätten erhalten besseren Zugang zu Reparaturdaten
  • Die EU plant eine Plattform zur Suche nach Reparaturbetrieben

Die Richtlinie wurde 2024 beschlossen und soll bis Sommer 2026 in allen EU-Staaten umgesetzt werden.

Warum Geräte trotzdem schwer reparierbar bleiben

Der Bericht zeigt jedoch ein strukturelles Problem: Viele Laptop-Designs wurden lange vor der neuen Regulierung entwickelt.

Hinzu kommt, dass Hersteller weiterhin auf Designentscheidungen setzen, die Reparaturen erschweren:

  • verklebte Akkus
  • verlöteter Arbeitsspeicher
  • proprietäre Schrauben
  • Software-Sperren für Ersatzteile

Selbst wenn Ersatzteile verfügbar sind, bedeutet das nicht automatisch, dass Geräte leicht repariert werden können.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Käufer bleibt Reparierbarkeit weiterhin ein wichtiger Faktor bei der Gerätewahl. Während einige Hersteller erste modularere Konzepte testen, sind viele aktuelle Laptops noch immer auf möglichst dünne Bauformen optimiert – nicht auf einfache Reparaturen.

Ob sich das durch die EU-Regeln wirklich ändert, wird sich erst in den nächsten Gerätegenerationen zeigen.

Die vollständige Analyse findet sich im Bericht „Failing the Fix 2026“ der Verbraucherorganisation PIRG.

Laura Bergmann
Verbraucherexpertin & Redaktion
Laura übersetzt technische Daten in klare, verständliche Texte und bewertet Nutzwert & Alltagstauglichkeit.